Ablauf


13.–15. November 2026 · Erfurt

Die kommunistische Bewegung in der Bundesrepublik ist zersplittert und gesellschaftlich weitgehend wirkungslos, während Aufrüstung, Sozialabbau und Kriegsvorbereitung voranschreiten. Viele Gruppen beziehen sich positiv auf die historische KPD – und doch agieren sie getrennt voneinander.

Diese Konferenz will dem etwas entgegensetzen und ist ein Angebot. Sie ist kein Kongress mit aneinandergereihten Referaten. Sie ist ein Arbeitsort: für Vernetzung, für Austausch, für die Klärung von Übereinstimmungen und Differenzen und für die Suche nach konkreten nächsten Schritten gemeinsamer Praxis.

Im Mittelpunkt steht die Frage:
Wie kommen wir von der Zersplitterung zu mehr gemeinsamer Handlungsfähigkeit? Wie gewinnen wir wieder gesellschaftliche Relevanz für eine kommunistische Alternative?

Eingeladen sind Kommunisten unterschiedlicher Organisationen und Zusammenhänge ebenso wie parteilose Interessierte, die sich positiv auf die kommunistische Idee beziehen.

Freitag, 13. November

18:30 Uhr – Beginn und Begrüßung

Zwei kurze politische Inputs sollen zentrale Fragen aufwerfen und den Austausch eröffnen.

  1. Zur aktuellen internationalen Lage und zur Entwicklung des Imperialismus
  2. Zustand, Aufgaben und Perspektiven der kommunistischen Bewegung in der heutigen Bundesrepublik

Anschließend: Offener Austausch und Kennenlernen

Der Abend bleibt bewusst locker. Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, Kontakte zu knüpfen und die unterschiedlichen Erfahrungen und Zusammenhänge der Teilnehmerinnen und Teilnehmer kennenzulernen.

Samstag, 14. November

10:00 Uhr – Beginn (Pause geplant 12:30 – 13:30 Uhr)

Der Samstag ist dem intensiven Austausch und der gemeinsamen Arbeit vorbehalten.
Wir arbeiten in Arbeitsgruppen an Stationen mit Tischen und Flipcharts. An jedem Tisch liegen konkrete Fragen und kurze Hintergrundmaterialien. Die Teilnehmer halten Ergebnisse, Vorschläge und offene Fragen schriftlich fest und stellen sie später im Plenum vor. Die hier aufgeführten Stationen und Fragen sind als Anregungen und Ausgangspunkte gedacht, nicht als abschließende Vorgabe. Im Verlauf der gemeinsamen Arbeit können weitere Fragen, Themen und Arbeitsansätze entstehen und die Diskussion entsprechend weiterentwickelt werden.

Arbeitsstationen:

1. Die kommunistische Bewegung heute – Zustand und Wege zur Einheit

  • Wie schätzen wir den gegenwärtigen Zustand der kommunistischen Bewegung hierzulande realistisch ein? Wie können wir diesen Zustand überwinden / verbessern?
  • Warum schießt gefühlt aller paar Jahre wieder eine neue Initiative oder Gruppierung aus dem Boden, welche für sich genommen sich auf die Fahne schreibt nun die „richtige kommunistische Partei“ gründen zu wollen?
  • Warum gelingt es trotz gemeinsamer Bezugspunkte auf die historische KPD so schwer, Kräfte zusammenzuführen?
  • Welche konkreten Hindernisse stehen einer engeren Zusammenarbeit entgegen – und welche davon sind überwindbar?
  • Was brauchen wir, damit aus parallelen Aktivitäten wieder eine wirksamere gemeinsame Bewegung wird?

2. Gesellschaftliche Lage: Sozialabbau, Klassenkämpfe und kommunistische Intervention

  • Welche politischen und sozialen Entwicklungen treffen die Bevölkerung derzeit am härtesten?
  • Wo finden reale Kämpfe und Bewegungen statt, an die Kommunisten anknüpfen?
  • Wie können kommunistische Positionen wieder stärker in diese Auseinandersetzungen eingebracht werden – jenseits von reiner Propaganda?

3. Aufrüstung, Wehrpflicht und Antimilitarismus

  • Kriegstüchtigkeit: Was bedeuten Operationsplan Deutschland und Aktionsplan Deutschland konkret für die Rolle der BRD?
  • Wie reagieren wir auf die Debatte um die Wiedereinführung bzw. Ausweitung der Wehrpflicht?
  • Der Umbau auf Kriegswirtschaft findet konkret statt. U-Bootbau in Wismar, Mittelstreckenraketen in Leipzig, Panzerteile in Görlitz etc. – in der ganzen Republik wird Wirtschaft verstärkt auf Krieg umgestellt. Was und wie ist, abseits von Friedensdemos und Kundgebungen konkret zu tun?
  • Welche Erfahrungen mit antimilitaristischer Arbeit gibt es bereits – und was fehlt?
  • Welche konkreten Schritte gegen Militarisierung und Kriegsvorbereitung sind kurzfristig möglich?

4. Historische Erfahrungen: Volksentscheide, SED-Gründung und KPD-Verbot
(mit kurzen Hintergrundtexten an den Tischen)

  • Volksentscheid zur Fürstenenteignung 1926, Volksentscheid in Sachsen 1946, verbotene Volksbefragung 1951 gegen Remilitarisierung – welche Rolle spielten direktdemokratische Elemente und die KPD? Können wir daraus Lehren und Hinweise für heute ableiten?
  • Was bedeutete die Vereinigung von KPD und SPD zur SED 1946 in der damaligen Situation?
  • Welche Folgen hatte das KPD-Verbot 1956 für die Bewegung in der BRD?
  • Welche dieser Erfahrungen sind für die heutige Situation und für Schritte zu mehr Einheit relevant?

5. Der Osten 36 Jahre nach der Annexion

  • Welche Folgen der Annexion der DDR sind bis heute spürbar und politisch relevant?
  • Welche spezifischen Herausforderungen und Ansatzpunkte gibt es in Ostdeutschland?
  • Wie kann eine kommunistische Politik diese Realitäten ernst nehmen, ohne sie zu verklären oder zu ignorieren?
  • Seit 36 Jahren wird auch immer wieder versucht die kommunistische Bewegung zu einen. Die Erfolge dahingehend sind bescheiden. Warum ist das so?

6. Organisierung und konkrete gemeinsame Praxis

  • Welche Formen der Zusammenarbeit über Organisationsgrenzen hinweg sind realistisch und sinnvoll?
  • Was können wir bereits kurzfristig gemeinsam tun?
  • Welche konkreten Aktivitäten oder Kampagnen könnten aus dieser Konferenz entstehen?
  • Wie halten wir die Kontakte und die Zusammenarbeit über das Wochenende hinaus aufrecht?

Von der Diskussion zu konkreten Ergebnissen

Am Nachmittag werden die Ergebnisse der Stationen zusammengetragen und ausgewertet:

  • Was haben wir festgestellt?
  • Wo gibt es Übereinstimmungen?
  • Was können wir gemeinsam angehen?
  • Wer übernimmt welche nächsten Schritte?

Es soll nicht bei allgemeinen Absichtserklärungen bleiben. Wo sich gemeinsame Vorhaben abzeichnen, werden Verantwortlichkeiten und konkrete nächste Schritte festgehalten.


Samstagabend – Kulturprogramm

ca. 18:00 Uhr

Peter Hacks und die Dissidenten
Lesung und Gespräch

Politische Arbeit braucht auch Kultur und gemeinsames Zusammensein. Am Abend beschäftigen wir uns mit dem Werk von Peter Hacks und der Frage, welche Rolle Literatur und Kunst in gesellschaftlichen Auseinandersetzungen spielen können.


Sonntag, 15. November

10:00 Uhr – Beginn

Auswertung und gemeinsame Perspektiven

Die Ergebnisse des Samstags werden zusammengeführt und in konkrete Perspektiven übersetzt:

  • Was nehmen wir aus den Diskussionen mit?
  • Wo können wir künftig enger zusammenarbeiten?
  • Welche gemeinsamen Vorhaben wollen wir weiterverfolgen?
  • Wie bleiben wir miteinander in Verbindung und arbeitsfähig?

Die Konferenz soll kein abgeschlossenes Event sein, sondern ein Ausgangspunkt für weitere Gespräche, Zusammenarbeit und praktische Aktivitäten.

Die Konferenz lebt von den Beiträgen der Teilnehmer.
Menschen aus unterschiedlichen Organisationen, Gruppen und politischen Zusammenhängen sowie parteilose Interessierte sind ausdrücklich eingeladen, ihre Erfahrungen und Vorstellungen einzubringen.